Wir verbrachten einen zweiwöchigen Urlaub auf der schönen Insel Kreta. Neben Baden und faul am Strand liegen fuhren wir auch für 2 Tage nach Heraklion (Iraklio), der wichtigsten Stadt auf der Insel, um uns die Sehenswürdigkeiten und Museen dort anzuschauen. Wir übernachteten in einer kleinen Ferienwohnung. Ich hatte einen Teil meines Angelzeuges dabei, welches jedoch lediglich aus einer Rute, einer Stationärrolle (mit Schnur vesteht sich), Blei, ein paar Posen, gebundenen Haken verschiedener Größen, einem Hakenlöser, einem Taschenmesser und einem Kescher bestand. Mein gesamtes Angelzeug wollte ich aus unserem Feriendorf an der Südküste Kretas nicht mit nach Heraklion schleppen. Am Abend setzte ich mich auf die Hafenmole und wollte eigentlich nur ein wenig die Seele baumeln lassen. Daran, dass ich etwas fing, dachte ich nicht ernsthaft. In Ermangelung von Ködern versuchte ich es mit aus eingeweichtem Brot gekneteten Teig. Es tat sich erwartungsgemäß nichts. Allerdings bemerkte ich, dass ein Stück von mir entfernt ein anderer Angler zwei Fische in kurzer Zeit fing. Ich ging zu ihm, um heraus zu finden, wie er das wohl bewerkstelligt. Als ich ihm zeigte, was ich als Köder verwendete, lachte er mich aus. Er gab mir zu verstehen, dass er Schnecken als Köder verwendet. Wo sollte ich diese jedoch her bekommen. Schnorren wollte ich dann auch nicht. Mein neuer Kumpel zeigte mir aber, wo diese zu finden waren. An den aufgeschütteten Steinen der Mole saßen die Schnecken kurz unter und kurz über der Wasseroberfläche. Ich sammelte mir ein paar von ihnen und brach mit einen Stein die Schneckenhäuser auf. Da die Schnecken recht klein waren zog ich drei von ihnen auf den Haken. Dann baute ich die Angel um, verwendete eine größere Pose und mehr Blei. Damit konnte ich auch entsprechend weit werfen und in größeren Tiefen den Köder anbieten. Und oh Wunder, nach nicht einmal 5 Minuten hatte ich einen Biss. Nach dem Anschlag verspürte ich einen doch merklichen Widerstand. Ich konnte den Fisch auch anlanden und war hocherfreut. Es handelte sich dabei um eine schöne Meerbrasse von etwa 500 g Gewicht. Wenig später, kurz bevor es dunkel wurde, fing ich eine zweite ähnlicher Güte. Als Angler war ich nun rundum glücklich und bedauerte sehr, dass wir nicht noch länger in Heraklion blieben. Der Strand bei unserem Feriendorf im Süden Kretas war flach und hatte keine Mole. Zwar versuchte ich auf verschiedenste Art und Weise, dort noch zu angeln. Bald jedoch verlor ich die Lust daran, weil sich kein Erfolg einstellte.