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Wirtschaft und Infrastruktur

Mittwoch, 08. Juni 2011

Der wichtigste Wirtschaftszweig der griechischen Insel Kreta ist ohne Zweifel der Fremdenverkehr. Die klimatischen und touristischen Besonderheiten der Insel locken in jedem Jahr hunderttausende Besucher nach Kreta. Auch die jüngsten wirtschaftlichen Verwerfungen Griechenlands beeinflussen den Tourismus auf Kreta kaum negativ. Aber auch die Landwirtschaft spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Vorrangig werden Oliven, Wein und Obst angebaut. Dabei wird ein großer Teil der Weinernte auf Kreta für die Produktion von Rosinen verwendet, da die klimatischen Voraussetzung für die Trocknung der Weinbeeren wegen des langen sonnenreichen Herbstes ganz hervorragend sind. Die Ebenen im Südosten Kretas werden für viele Kulturen genutzt, die in Treibhäusern gedeihen. Dort werden Salat und Gemüse gezogen, die sowohl für den eigenen Bedarf als auch für den Export geerntet werden. Innerhalb der Europäischen Union zählt Kreta zu den wichtigsten Exporteuren von Olivenöl. In den 90 er Jahren wuchsen etwa 15 Millionen Olivenbäume auf rund 45 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. In Nordkreta, nahe der Ortschaft Kavousi, findete man einen der wohl ältesten Olivenbäume der ganzen Welt.

Mit Iraklion, Sitia und Chania kann die Insel drei Flughäfen vorweisen, die in Ihrer Gesamtheit einen nicht unbedeutenden wirtschaftlichen Faktor darstellen. Allerdings wird Sitia nur national angeflogen. Fährverbindungen existieren von Athen (Piräus) und auch ganzjährig nach Thessaloniki, nach Karpathis, nach Santorin und nach Rhodos. Das wichtigste Verkehrsmittel auf Kreta ist ohne Frage der Bus. Eine Eisenbahnlinie existiert auf der Insel nicht. In den letzten drei Jahrzehnten wurde das Straßennetz ausgebaut, wobei die Europastraße 75 derzeit zur Autobahn erweitert wird. Der bis dato benachteiligte Süden Kretas wird besonders von diesem Ausbau profitieren.

Mit der Universität Kreta und der Technischen Universität Kreta kann die Insel zwei national und international hoch stehende Bildungseinrichtung vorweisen. Einige Hochschulen, wie das Technische Ausbildungsinstitut Iraklio, rundet das recht gute Bildungsangebot ab.

Die Aradena Schlucht auf Kreta

Freitag, 20. August 2010

Kreta, wie die meisten der griechischen Inseln, ist landschaftlich extrem vielfältig und vermutlich auch deshalb als Urlaubsinsel so überaus beliebt. Neben traumhaften Stränden finden sich im Innern des Landes auch atemberaubende Gebirgspassagen sowie riesige Schluchten. Die Aradena-Schlucht im Süd-Westen der Insel ist eine dieser Schluchten, die in ihren Ausmaßen wirklich beeindruckend wirken. Bei Touristen ist die Aradena-Schlucht weniger bekannt, was sie für Reisende, die auf touristische Massenansammlungen keinen großen Wert legen, besonders attraktiv macht. An der engsten Stelle der Schlucht, nahe dem Dorf Aradena, wirkt sie schon einigermaßen bedrohlich, denn fast senkrecht gehen die Felsen dort knapp 140 Meter in die Höhe. Unten sind die Felswände gerade 8 Meter von einander entfernt, oben an der Schlucht sind es hingegen schon 25 Meter.
Über einen ausreichend befestigten Saumpfad gelangt man die Schlucht hinunter. Bis in die späten 80er Jahre war dies auch die einzige Möglichkeit, die Schlucht zu durchqueren und so von Anopolis ins besagte Aradena und von dort nach Agios Ioannis zu gelangen. Das ist auch der Grund, aus dem 1986 ein ehemaliger Bewohner aus Agios Ioannis, den es in die USA verschlagen hatte, eine Brücke spendete. Laut eigener Aussage war es ihm die Investition wert, seinem Heimatdorf die Möglichkeit zu bieten, eine komfortabel befahrbare Strecke zwischen Anopoli und seiner früheren Heimat zu nutzen.
Nötig ist es heute also nicht mehr, den Pfad durch die Schlucht zu nehmen, doch empfehlenswert ist es in jedem Fall. Im Gegensatz zu früher ist es heute auch möglich, über einen Saumpfad ohne Kletterausrüstung vom Meer bis nach Aradena zu wandern. Der Weg dauert ca. 3 Stunden und bietet dabei spektakuläre Ausblicke und Eindrücke. Wer an exotischen Pflanzen interessiert ist, der sollte die Felswände im Auge haben, denn dort wachsen zahlreiche Pflanzen, die es nur auf Kreta und nirgends sonst auf der Welt gibt.