Die Aradena Schlucht auf Kreta

20. August 2010

Kreta, wie die meisten der griechischen Inseln, ist landschaftlich extrem vielfältig und vermutlich auch deshalb als Urlaubsinsel so überaus beliebt. Neben traumhaften Stränden finden sich im Innern des Landes auch atemberaubende Gebirgspassagen sowie riesige Schluchten. Die Aradena-Schlucht im Süd-Westen der Insel ist eine dieser Schluchten, die in ihren Ausmaßen wirklich beeindruckend wirken. Bei Touristen ist die Aradena-Schlucht weniger bekannt, was sie für Reisende, die auf touristische Massenansammlungen keinen großen Wert legen, besonders attraktiv macht. An der engsten Stelle der Schlucht, nahe dem Dorf Aradena, wirkt sie schon einigermaßen bedrohlich, denn fast senkrecht gehen die Felsen dort knapp 140 Meter in die Höhe. Unten sind die Felswände gerade 8 Meter von einander entfernt, oben an der Schlucht sind es hingegen schon 25 Meter.
Über einen ausreichend befestigten Saumpfad gelangt man die Schlucht hinunter. Bis in die späten 80er Jahre war dies auch die einzige Möglichkeit, die Schlucht zu durchqueren und so von Anopolis ins besagte Aradena und von dort nach Agios Ioannis zu gelangen. Das ist auch der Grund, aus dem 1986 ein ehemaliger Bewohner aus Agios Ioannis, den es in die USA verschlagen hatte, eine Brücke spendete. Laut eigener Aussage war es ihm die Investition wert, seinem Heimatdorf die Möglichkeit zu bieten, eine komfortabel befahrbare Strecke zwischen Anopoli und seiner früheren Heimat zu nutzen.
Nötig ist es heute also nicht mehr, den Pfad durch die Schlucht zu nehmen, doch empfehlenswert ist es in jedem Fall. Im Gegensatz zu früher ist es heute auch möglich, über einen Saumpfad ohne Kletterausrüstung vom Meer bis nach Aradena zu wandern. Der Weg dauert ca. 3 Stunden und bietet dabei spektakuläre Ausblicke und Eindrücke. Wer an exotischen Pflanzen interessiert ist, der sollte die Felswände im Auge haben, denn dort wachsen zahlreiche Pflanzen, die es nur auf Kreta und nirgends sonst auf der Welt gibt.

Archäologische Ausgrabungen – Palast von Knossos auf der Insel Kreta

25. März 2010

Der Palast von Knossos war wahrscheinlich die größte Metropole auf Kreta und der größte und bedeutendste Palast der Minor. Er befand sich ca. fünf Kilometer südlich der Stadt Iraklio (veraltet auch Iraklion oder Heraklion) auf dem Hügel Kephala. Nach einem vermutlichen Vulkanausbruch oder einem Erdbeben wurde er 1450 v. Chr. wieder aufgebaut und war Sitz eines archäischen Fürsten. Heute wird er als die wichtigste archäologische Ausgrabungsstätte auf der griechischen Insel bezeichnet und ist seit der Entdeckung im 19. Jahrhundert weltweit bekannt. Touristen können bei ihrem Urlaub auf Kreta die Ruinen vom „neuen“ Palast besichtigen.

Die Fläche der Palastanlage betrug etwa 21.000 qm, auf der sich 1.300 Räume auf bis zu fünf Stockwerken befanden. Über eine Befestigungsmauer verfügte das Herrschaftsgebäude nicht, es war wie alle Paläste der Minoer, um einen rechteckigen Zentralhof errichtet.

Die bemalten Säle und Treppenhäuser glänzten durch ihre reichen Verzierungen und waren durch verwinkelte Gänge miteinander verbunden. Auf den Hof kommen aus vier Richtungen aufwendig dekorierte Korridore, säulenumstandene Galerien, bemalte Treppenhäuser sowie reich geschmückte Säle zu. Der sagenhafte Grundriss der Palastruine ähnelt einem Labyrinth, wobei der Aufbau bewusst auf die verschiedenen Anforderungen des Palastes angepasst war. Die kretischen Palastanlagen dienten nicht nur als Behausung der Königsfamilie, sondern waren ebenso das Zentrum für Politik, Wirtschaft und Religion. Deshalb enthielt das Gebäude sowohl Empfangsräume und Wohnräume, als auch Lagerräume. Außerdem waren etliche Werkstätten zu finden und der Palast von Knossos diente als Verwaltungszentrum. Der sogenannte Thronsaal befand sich im Herzen des Palastes.

Bemerkenswert für die damalige Zeit ist die Tatsache, dass das Bauwerk mit fließendem Wasser sowie einer Warmwasserheizung ausgestattet war. Die Badezimmer waren mit einer Badewanne und einer Wasserspülung für die Toiletten ausgerüstet. Hierzu wurde das Regenwasser aufgefangen. Die Überreste dieser Räumlichkeiten können bei einem Urlaub in Griechenland besichtigen werden.

Während der Ausgrabungen wurden zahlreiche erstaunliche Kunstwerke, wie Statuetten, Kultgefäße sowie Wandmalereien, entdeckt. Diese überraschten die ganze Welt und sind heute in den Sälen des Museum in Iraklion zu bewundern.

Für Besucher vermittelt der riesige und bunte Palast durch die umfangreichen Rekonstruktionen einen beachtlichen und sehenswerten Einblick in die Architektur der minoischen Zeit. Die Besichtigung wird zu einem unvergesslichen Erlebnis und ist deshalb eine Reise wert.

Außerdem lohnt es sich, die Stadt während einer Städtetour durch Griechenland zu besuchen. Hier hat sich eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern mit einigen Häusern und großen Gebäuden entwickelt. Auch diese sind teilweise von Archäologen entdeckt worden. Weiterhin besaß die Stadt Knossos zwei große Häfen. Viele interessante Funde, die für Urlauber auf der Insel Kreta sehenswert sind, stammen aus den Friedhöfen, die um die Stadt herum lagen.

Wenn Sie in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung in Iraklio wohnen, ist der Palast von Knossos leicht erreichbar. Sie fahren einfach vom großen Busbahnhof mit dem Stadtbus zur Endhaltestelle Knossos. Sowohl die Busfahrt als auch der Eintrittspreis in die Palastanlage sind recht preiswert, dafür sind jedoch die Tavernen und Läden rings um den Palast recht teuer. Zahlreiche Restaurant Kreta laden allerdings geradezu zum verweilen ein.